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Auch Politiker gaben sich die Ehre - Thierse und Wowereit sprachen

Auf der Abschlusskundgebung des Christopher Street Day an der Siegessäule traten erstmals der Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Berlins neuer Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit auf. Bundeskanzler Gerhard Schröder richtete ein Grußtelegramm an die Feiernden.

Thierse sprach sich für ein Mahnmal für die von den Nazis verfolgten Lesben und Schwulen aus. Er erinnerte daran, dass Homosexuelle im 3. Reich deportiert, gequält und ermordet wurden. Es sei die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen, welche Lebensform er wähle und wie er damit umgehe. Weder gebe es einen Bekenntniszwang noch dürfe es einen Verheimlichungszwang geben. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass Neonazis definieren, "wer zu uns gehört und wer nicht". Deshalb sei der Kampf gegen Rechtsextremismus so wichtig.

Klaus Wowereit trat unter großem Jubel ans Mikrofon. Sein Satz "Ich bin schwul, und das ist gut so", war für viele Anregung für eigene Transparent-Bekenntnisse - so trugen Frauen Sticker mit der Aufschrift: "Ich bin lesbisch, und das ist noch viel besser".

Wowereit sagte bei der Schlusskundgebung: "In Berlin gibt es keinen Platz für Intoleranz. Wir brauchen hier keinen Auflauf von Neonazis, nicht in München und auch nicht anderswo." Dass die Fahne mit den Regenbogen-Farben, das weltweite Symbol der homosexuellen Szene, erstmals am Roten Rathaus weht, sei kein politischer Akt, sondern eine Selbstverständlichkeit.
 

Tagesspiegel, 24.06.2001

www.tagesspiegel.de

 

 

 

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