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Erinnerung an Hitlers Opfer

Schwule fordern Denkmal

Berlin - "Ich bin schwul, und das ist gut so.'' Ein Satz des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. "Hier baut die Bundesrepublik ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.'' Eine Inschrift auf einem symbolischen Bauschild, das gestern nahe des Brandenburger Tors enthüllt worden ist.

VON CORINNA JIRMANN

Zwei Sätze, ein Zusammenhang. Seit Jahren schon fordert die "Initiative der homosexuellen NS-Opfer'' ein staatliches Denkmal. Doch erst seit Wowereit im Amt ist und auf dem Christopher Street Day verkündet hat, dass er ein solches Mahnmal für wichtig hält, sieht sich die Initiative im Aufwind.

"Die BRD hat sich immer mit einem Gedenken an die homosexuellen Opfer sehr schwer getan'', sagte Albert Eckert, Sprecher der Initiative, bei der Enthüllung des symbolischen Bauschildes, mit dem die Initiative sowie der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) ihrer Forderung sichtbar Ausdruck verleihen wollen.

40 Anhänger der Idee fanden sich am Rande des Tiergartens nahe des Brandenburger Tors ein, darunter ein Kreis prominenter Förderer aus Politik und Gesellschaft. Der Ort war bewusst gewählt: Das Denkmal soll gegenüber der Holocaust-Gedenkstätte und unweit des Reichstags errichtet werden, in dem einst der einschlägige Paragraf 175 StgB erdacht und verabschiedet wurde. Die Idee findet inzwischen den Zuspruch vieler Prominenter: Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, Nobelpreisträger Günter Grass, der DGB-Vorsitzende Dieter Schulte und die Bischöfinnen Maria Jepsen und Margot Käßmann haben sich die Forderung zu Eigen gemacht.

Hanna-Renate Laurien (CDU), langjährige Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, erinnerte an einen Beschluss des Bundestags. Der besagt, im Rahmen des Holocaust-Denkmals sei ein Konzept zu entwickeln, mit dem allen Opfer-Gruppen, nicht nur den Juden, gedacht werden kann. Zu oft habe man die NS-Leidtragenden "in verschiedene Güteklassen eingeteilt''.

Der Direktor der Stiftung Topografie des Terrors, Andreas Nachama von der jüdischen Gemeinde, spannte den Bogen vom Dritten Reich bis heute, einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, "in der eine Person, die sich zu ihrer Homosexualität öffentlich bekennt, Regierender Bürgermeister ist.''

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Stuttgarter Nachrichten vom 11.10.2001

http://www.stuttgarter-nachrichten.de

 

 

 

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