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PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG
PRESSEMITTEILUNG NR.: 216

Kulturstaatsminister Bernd Neumann erzielt Einigung beim Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Montag, 04.06.2007

Kulturstaatsminister Bernd Neumann ist es bei einem heutigen Treffen im Kanzleramt gelungen, völliges Einvernehmen beim Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen zu erzielen.

An den Planungen waren der Lesben- und Schwulenverband, die Initiative "Der homosexuellen Opfer gedenken" sowie das mit dem Entwurf beauftragte Künstlerduo Elmgreen und Dragset beteiligt. In den Diskussionsprozess waren ebenfalls die zuständigen Verantwortlichen aus allen Bundestagsfraktionen einbezogen.

Laut Bundestagsbeschluss vom 12. Dezember 2003 soll das Denkmal die verfolgten und ermordeten Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wach halten und ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen.

Das Künstlerduo Elmgreen und Dragset hatte seinen prämierten Entwurf überzeugend weiterentwickelt. Im Nationalsozialismus konzentrierte sich die Verfolgung aufgrund von Homosexualität auf Männer. Dafür steht das Startvideo eines küssenden Männerpaares. Der nunmehr beabsichtigte Videowechsel im Zwei-Jahres-Rhythmus gestattet es aber auch, Bilder von Frauen zu zeigen, und damit den Blick besonders auf die dritte Aufgabe des Gedenkortes zu lenken, für die heutige Zeit ein Zeichen gegen Ausgrenzung von Schwulen und Lesben zu setzen. Dieser Vorschlag wird auch der jüngsten Kritik gerecht, dass die Lesben bei dem bisherigen Entwurf ausgegrenzt seien.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann erklärte: "Mit der Errichtung eines zentralen Denkmals in der Bundeshauptstadt wird entsprechend dem Beschluss des Deutschen Bundestags nun auch der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus öffentlich gedacht. Mit diesem künstlerischen Entwurf ist eine würdige Form der Erinnerung an diese Opfer gefunden worden."

Das Denkmal, das noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll, hat die Form eines Kubus, in dessen Ecke ein Fenster eingeschnitten ist. Der Betrachter blickt hier auf eine projizierte Filmsequenz. Das Denkmal wird am südlichen Rand des Tiergartens errichtet. Für die Finanzierung hat die Bundesregierung Mittel in Höhe von insgesamt 600.000 Euro zugesagt. Das Land Berlin stellt den Standort für das Denkmal zur Verfügung.

( Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)

 

 

 

 

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