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Die offene Bewerbungsphase

Eine von derInitiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken" und dem LSVD berufene Auswahlkommission hat einen Teil der zum Wettbewerb einzuladenden Künstlerinnen und Künstler nach einem offenen Bewerbungsverfahren vorgeschlagen. Das gewährleistete, dass ein möglichst breites künstlerisches Spektrum angesprochen wird.

Der offizielle Aufruf für die Bewerbungsphase und die Teilnahmebedingungen sind im Folgenden nachzulesen. Die Bewerbungsfrist lief bis zum 31. Januar 2005. Die Auswahlkommission schlug am 16. Februar sieben Bewerbungen zur Einladung in den künstlerischen Wettbewerb vor.

Parallel wurde eine Ideenbörse eingerichtet, die Nutzungsideen für den entstehenden Gedenkort öffentlich diskutieren sollte und auch Anregungen für die sich bewerbenden und später für die eingeladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs öffentlich präsentieren sollte.

In der offenen Bewerbungsphase wurden 127 Ideenskizzen und Konzeptpapiere eingereicht. Die Auswahlkommission schlug in ihrer Sitzung am 16. Feburar 2005 sieben Bewerbungen für eine Einladung zum Wettbewerb vor.
Die Initiative »Der homosexuellen NS-Opfer gedenken« und der LSVD folgten diesem Vorschlag.

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Aufruf zur Bewerbung für die Teilnahme an einem eingeladenen Kunstwettbewerb

Ausgangslage und Rahmenbedingungen
Der Deutsche Bundestag hat am 12. Dezember 2003 beschlossen, der Erinnerung an die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen mit einem Gedenkort in Berlin Raum und Gestalt zu geben. Für die Gestaltung des Ortes wird ein eingeladener, zweistufiger Kunstwettbewerb mit bis zu 30 Künstlerinnen und Künstlern ausgelobt. Das Wettbewerbsverfahren wird vom Land Berlin im Auftrag des Bundes und in Abstimmung mit der Initiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken" und dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) als den Initiatoren durchgeführt. Die Initiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken" und der LSVD werden einen Teil der zum Wettbewerb einzuladenden Künstlerinnen und Künstler über ein offenes Bewerbungsverfahren auswählen. Das soll gewährleisten, dass ein möglichst breites künstlerisches Spektrum angesprochen wird.
Der geplante Gedenkort wird in Berlin-Mitte am südöstlichen Rande des Tiergartens entstehen - gegenüber dem geplanten Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Der vorgesehene Standort ist im Plan farbig markiert.
Der eingeladene Wettbewerb beginnt im April 2005 mit einem Kolloquium und soll zum Jahreswechsel 2005 / 2006 entschieden werden.


Hintergrund
In der Kunst ist das sensible Thema erst in den letzten Jahren vereinzelt für den Stadtraum bearbeitet worden.
Schwule und Lesben waren in der Vergangenheit schweren Verfolgungen ausgesetzt. Einen Höhepunkt erreichte die Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP wurden die Organisationen der homosexuellen Bürgerrechtsbewegung von den Nationalsozialisten zerschlagen, Publikationen der Schwulen- und Lesbenorganisationen verboten. Das in Berlin ansässige Institut für Sexualwissenschaften des Dr. Magnus Hirschfeld wurde von der SA gestürmt und geplündert.
Die Nationalsozialisten haben 1935 die totale Kriminalisierung männlicher Homosexualität angeordnet. Dafür wurde der § 175 des Reichsstrafgesetzbuchs in der Tatbestandsfassung radikal entgrenzt und im Strafmaß massiv verschärft. Die erheblich verschärfte Rechtsprechung stellte sich bereitwillig in den Dienst, zugunsten eines nach NS- Verständnis "gesunden Volkskörpers" die Ausbreitung der "Seuche" Homosexualität zu verhindern. Zwischen 1935 und 1945 wurden ca. 50.000 Verurteilungen nach §§ 175 und 175a Nr. 4 RStGB ausgesprochen. Tausende Schwule kamen wegen ihrer Homosexualität ins Konzentrationslager, wo sie zumeist den "Rosa Winkel" tragen mussten. Nur die wenigsten überlebten die Lager. Auch waren Homosexuelle weiteren Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt, dazu zählen Zwangskastrationen und medizinische Experimente.
Die Jahre der NS-Herrschaft bedeuteten für die Gesamtheit der Homosexuellen ein Leben in erzwungener Selbstverleugnung, in steter Gefahr und Angst vor der Entdeckung.
Sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der DDR wurden Menschen auch nach 1949 wegen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Beziehungen unter Erwachsenen strafrechtlich verfolgt. In der Bundesrepublik blieb der § 175 StGB bis 1969 unverändert in Kraft.
Mit dem zu errichtenden Gedenkort will die Bundesrepublik Deutschland nach dem Beschluss des Bundestages vom 12. Dezember 2003
- "die verfolgten und ermordeten Opfer ehren,
- die Erinnerung an das Unrecht wachhalten,
- ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen."
Zum Hintergrund für die politische Bedeutung verweisen wir besonders auf die Beschlüsse und Debatten des Deutschen Bundestages aus den Jahren 2000, 2002 und 2003, die auch auf dieser Website dokumentiert sind.


Teilnahmebedingungen

Wir rufen Künstlerinnen und Künstler sowie andere Interessierte auf, sich für die Teilnahme am künstlerischen Wettbewerb zu bewerben.
Von den Bewerberinnen und Bewerbern erwarten wie eine kurz gefasste Konzeptbeschreibung oder eine erste Ideenskizze für den Gedenkort (max. 2 DIN A4-Seiten), einen Lebenslauf sowie eine Beschreibung, wie sie sich ihre Beteiligung am Wettbewerb vorstellen und auf welche Erfahrungen sie zurückgreifen können - z.B. künstlerischer Werdegang - (max. 1 DIN A4-Seite).
Es werden auch per e-mail eingereichte Bewerbungen berücksichtigt - dabei können wir jedoch nur Anlagen im PDF-Format akzeptieren und in das Bewerbungsverfahren aufnehmen. Zur Sicherung des Eingangs von e-Mails werden wir diese Bewerbungen mit einer Antwort-e-Mail bestätigen.
Die Autorinnen und Autoren erklären sich damit einverstanden, dass ihre Ideen und Entwürfe zu Dokumentationszwecken verwendet werden dürfen, die Urheberrechte bleiben bei den Autoren. Die Beteiligung an der Bewerbungsphase begründet keinen Anspruch auf Beteiligung am künstlerischen Wettbewerb. Die Bewerbungsunterlagen werden nicht zurückgesandt.


Rückfragen
Rückfragen zum Bewerbungsverfahren beantworten wir nur öffentlich in der dafür eingerichteten Fragebörse.
Fragen können dort online eingegeben werden oder an info@gedenkort.de per e-Mail gestellt werden.
Fragen werden nur bis zum 10. Januar 2005 beantwortet, in der Zeit vom 15. Dezember 2004 bis 5. Januar 2005 beantworten wir keine Fragen.


Auswahl
Aus den eingegangenen Bewerbungen wählt eine von der Initiative und dem LSVD berufene Auswahlkommission nach Vorprüfung bis zu sieben Beiträge aus, deren Autorinnen und Autoren zum Wettbewerb eingeladen werden.


Frist
Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. Januar 2005.


Bewerbungs-Adresse
Die Bewerbungen sind bitte einzusenden an:

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur
Bewerbung für Wettbewerb
"Gedenkort für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen"
Brunnenstr. 188 - 190
10119 Berlin - Mitte

beziehungsweise per e-Mail: bewerbungen@gedenkort.de

 

 

 

 

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Kunstwettbewerb:

Die offene Bewerbungsphase

Das Ideenforum

Die Auslobung

Das Auftakt-Kolloquium

Das Preisgericht

Die Entwürfe

Der ausgewählte Entwurf

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

 




Mitglieder der Auswahlkommission:

Leonie Baumann
, Geschäftsführerin der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst, Berlin

Yilmaz Dziewior,
Direktor des Kunstvereins Hamburg

Ewald Kentgens,
Dipl.-Ing. Architekt, Mitbegründer der Initiative »Der homosexuellen NS-Opfer gedenken«

Prof. Dr. Andreas Meyer-Hanno,
Musikwissenschaftler und
Opernregisseur, Mitbegründer der Initiative Mahnmal Homosexuellenverfolgung,
Frankfurt am Main

Jürgen Roland,
Rechtsanwalt, von 1994 bis 1998 im Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Brandenburg Referatsleiter für die Gedenkstätten

Vorjury:
Josephin Jahnke



Kartenausschnitt 1:1000

Fotos des Standorts und der Umgebung


Bundestagsbeschlüsse - nur in deutscher Sprache verfügbar:
vom 7. Dezember 2000
vom 17.Mai 2002
vom 12. Dezember 2003
 

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