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Ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Aufruf

Die Bundeshauptstadt Berlin braucht einen Gedenkort für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Ein solches Denkmal soll ein beständiges Zeichen setzen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben.

Die Nationalsozialisten haben 1935 die totale Kriminalisierung männlicher Homosexualität angeordnet. Dafür wurde der § 175 RStGB in der Tatbestandsfassung radikal entgrenzt und im Strafmaß massiv verschärft. Die NS-Justiz verurteilte zehntausende Männer wegen homosexueller Handlungen. Tausende Schwule kamen wegen ihrer Homosexualität ins Konzentrationslager, wo sie zumeist den »Rosa Winkel« tragen mussten. Nur die wenigsten überlebten die Lager. Die Jahre der NS-Herrschaft bedeuteten für die Gesamtheit der Homosexuellen ein Leben in erzwungener Selbstverleugnung, in steter Gefahr und Angst vor der Entdeckung.

Nach den Verbrechen der NS-Zeit ist Deutschland gegenüber den Homosexuellen ein zweites Mal schuldig geworden. Der § 175 StGB blieb in der Bundesrepublik in der Nazi-Fassung von 1935 bis zum Jahre 1969 unverändert in Kraft. Das Bundesentschädigungsgesetz hat Verfolgung aufgrund der Homosexualität nicht anerkannt. Auch für die Zerschlagung und Enteignung der schwulen und lesbischen Bürgerrechtsbewegung der Weimarer Republik hat es nie eine Entschädigung gegeben. Wir setzen uns hier für einen kollektiven Ausgleich ein, der die Anerkennung des Unrechts verdeutlicht, und der Förderung der Erinnerungsarbeit sowie dem Einsatz für die Menschenrechte von Lesben und Schwulen gewidmet ist.

Mit dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas wird es in Berlin ein Monument geben, das an die deutsche Verantwortung gemahnt und zur Auseinandersetzung mit jeder Form von Antisemitismus motivieren soll. In diesem Sinne sind Gedenkorte für weitere Opfergruppen des Nationalsozialismus notwendig. Verschiedene Denkmale sollen nicht Abgrenzung der einzelnen Gruppen signalisieren, sondern zur Beschäftigung mit der jeweils besonderen Geschichte der Verfolgung anregen. Mit einem Ort für die verfolgten Homosexuellen soll deren Gedenken in der Bundeshauptstadt endlich eine würdige Form finden.

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